Das Wort des Direktors

« Der Polizist handelt so wie er ausgebildet worden ist.

Man muss ihn deshalb so ausbilden, wie er handeln soll »

Directeur de l'Académie de Police

Alain Bergonzoli, Oberst

Der Gesellschaft dienen und den Bürger schützen !

Das ist der schwierige aber wertvolle Beruf, auf den die Polizeiakademie die Männer und Frauen vorbereitet, die sich dafür entschieden haben.

Die Polizeikräfte sind heute eine Notwendikeit. Unser gesellschaftliches Umfeld ist geprägt von komplexen und unvorhergesehenen Situationen. Der Polizist befindet sich im Zentrum der Gesellschaft, unserer Gesellschaft.

Um ein guter Polizist zu sein muss man sicherlich fachliche Kompetenzen erwerben. Es reicht aber nicht, ein Experte der Kriminalpolizei zu sein, der bürgernahen Polizei oder der Funkstreife, ein Spezialist im Schiessen oder im Strassengesetz… Man muss sich als Erstes unter allen Umständen an jegliche Lebenssituationen anpassen können. Der zukünftige Polizist muss sich deshalb die für seine Integration in die Gesellschaft unerlässlichen kulturellen Werkzeuge aneignen.

Neben dem Know-how, das in der Instruktion erteilt wird, erhält der zukünftige Polizist im gesamten Verlauf seiner Ausbildung eine Lebensart vermittelt. Es sind dies Werte, die individuelle Verantwortung, Mut und Sinn für das Gemeinwohl heissen. In einem Wort, eine echte Polizeikultur, die ganz von « Reflaktion » geprägt ist, das heisst Reflexion vor der Aktion.

Wenn der Polizeiaspirant, Gendarm oder Inspektor zum ersten Mal seine Uniform trägt, steht er bewusst zu diesen Werten, die sein Handeln beeinflussen werden. Vom ersten Moment an in der Akademie wird der Aspirant diese Werte verinnerlicht haben.

Morgen wird die Verantwortung des zukünftigen Polizisten sehr real sein. Denn unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger haben bezüglich ihrer Sicherheit enorme Erwartungen an die  Rolle, die Verantwortung und das Engagement der Polizisten.

Morgen muss der zukünftige Polizist die Kraft haben, an seine Überzeugungen zu glauben, aus den gewählten und akzeptierten Werten zu schöpfen, die Kraft, verhältnismässig zu handeln, die Kraft, unter allen Umständen menschlich zu bleiben.

Morgen wird der zukünftige Polizist einem konstituierten Korps beitreten. Einem Korps, in dem die Prinzipien immer die gleichen sind: Loyalität und Militarität.

Die Loyalität seiner Hierarchie gegenüber ist nicht ein Akt des Zugeständnisses: sie muss sich natürlich ausdrücken, mit Stolz und Kohäsion.

Und Militarität heisst Selbstlosigkeit, Verfügbarkeit, Zusammenhalt und Unerschütterlichkeit. Es handelt sich um eine moralische Haltung, die dazu führt, dass der Einzelne sich noch mehr für den Dienst an Personen und Vaterland einsetzt.

Am Ende seiner Ausbildung in der Polizeiakademie wird der Polizeiaspirant, Gendarm oder Inspektor das Wie seines Berufs kennen. Aber noch vielmehr wird er vom Warum seines Engagements geprägt sein : der Gesellschaft dienen und den Bürger schützen.

Alain Bergonzoli,
Oberst